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1

Samstag, 18. Oktober 2008, 08:32

Die Luftwaffe flog im August 1944

Gute Idee, das mit den Gleisen....

Im August '44 hatte die Luftwaffe doch gar kein Kerosin mehr, oder? ?(


//Edit bei ThunderBit: Da diese Diskussion wenig mit Geleisen und Bahnhöfen zu tun hat, habe ich ein separates Thema eröffnet //
Gruß, Roman

ThunderBit

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2

Samstag, 18. Oktober 2008, 09:08

Im August '44 hatte die Luftwaffe doch gar kein Kerosin mehr, oder?(

Wie kommst Du denn auf diese Vermutung? Die Luftwaffe ist bis zur "Stunde Null" geflogen, also bis am 8. Mai 1945.

Ab Sommer 1943, als die 8th Air Force von England aus immer grössere und stärkere Bomber-Angriffe auf das Reich flog, wurde die Treibstoff-Situation knapper. So musste der Ausbildungsbetrieb reduziert werden, und auch das Taxeln auf dem Boden (was ziemlich Sprit verbraucht) wurde vermehrt durch Mann-, Esel- und Pferdekraft übernommen. Tatsächlich waren die strategischen Ziele der Briten und Amis erstens gegen POL (Petrol, Oil, Lubrication = Treibstoffe, Oel, Schmiermittel) und zweitens gegen die Flugzeugfabrikation (z.B. gegen die Kugellager-Werke in Schweinfurt) gerichtet. Erst als im Sommer 1944 die Oelfelder in Rumänien an die vorrückenden Russen verloren gingen, musste die gesamte Treibstoffherstellung auf synthetische Treibstoffe (z.B. aus Kohle) umgestellt werden - was überraschend gut und umfassend gelang.

So konnte die Luftwaffe zum Beispiel für die Operation Bodenplatte (am 1. Januar 1945), zur Unterstützung der Ardennen Offensive, über 800 Jagdflugzeuge und Jagdbomber gleichzeitig gegen den Feind schicken. Das Resultat dieses Einsatzes war zwar verheerend, aber die Luftwaffe flog trotzdem noch weiter. Insbesondere Ende 1944 bis zum Schluss sind dann interessante Flugzeuge zum Einsatz gekommen, zum Beispiel die ersten Düsenbomber (Arado Ar234) und Düsenjäger (Me262) - oder auch Raketenjäger (Me163) oder Zug- und Druckpropeller (Do335). Ebenso eindrücklich waren die deutschen Mistel-Flugzeuge (Huckepack-Flieger), mit welchen man im Frühling 1945 versuchte wichtige Brücken über die Oder und Neise zu sprengen.

Falls Dich diese letzte Phase des Luftkrieges interessiert, kann ich Dir folgende Lektüre empfehlen: "The Last Year of the Luftwaffe / May 1944 to May 1945" von Alfred Price. Ist auf englisch, aber sehr umfassend und detailliert beschrieben. Ich hab's jedenfalls gelesen.
Tschüss, ThunderBit / Peter
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3

Samstag, 18. Oktober 2008, 09:32

Ich danke dir für diese Aufklärung! ^^ Ich hatte es bloß aus dem Geschichtsunterricht in Erinnerung, dass die Luftwaffe nicht einsatzfähig war, als die aliierten Truppen im Rahmen der Operation Overlord, in Frankreich landeten... :S
Gruß, Roman

ThunderBit

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4

Samstag, 18. Oktober 2008, 11:56

die Luftwaffe nicht einsatzfähig war, als die aliierten Truppen im Rahmen der Operation Overlord, in Frankreich landeten

Das ist eine richtige Feststellung, aber der Grund ist ein anderer. Abgesehen davon hat die Ostfront mit der Landung in der Normandie wenig zu tun ...

Da das Oberkommando der Wehrmacht (und insbesondere Adolf Hiltler) die Invasion an einer anderen Stelle erwarteten, war die Luftwaffe erstens nicht "vor Ort" und zweitens wurde sie nur sehr zögerlich in der Normandie eingesetzt, da man die *echte* Invasion noch abwarten wollte. Zudem war die Luftüberlegenheit der Allierten, insbesondere durch Spitfire, Mustang und Thunderbolt über den Landungsstränden erdrückend. Als weiterer Aspekt kam noch die Einsatzdoktrin der Jagdwaffe hinzu: Die meisten Jagdgeschwader waren zur Reichsverteidigung über Deutschland eingesetzt und sollten nur im Fall einer Invasion dann auf festgelegte Plätze in Frankreich vorgeschoben werden und als Jagdbomber zum Einsatz kommen. Da man sich in der Führung eben nicht über den Ort und Zeitpunkt der Invasion einig war, wurden diese Geschwader lange Zeit zurück gehalten.

Auch wenn es in den Hollywood-Filmen selten so dargestellt wird, war die Luftwaffe sicher nicht wehrlos und bestimmt einsatzfähig. Alleine die Verlustzahlen der Allierten sprechen hier für die Fakten: So war das Abschussverhältnis (also ohne Flakverluste) während der ersten drei Monate nach D-Day (6. Juni 1944) im Vergleich Jäger zu Jäger immer noch besser als 1:1 zugunsten der Luftwaffe. Ab September 1944 fiel aber diese Quote kontinuierlich und immer schneller ...
Tschüss, ThunderBit / Peter
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5

Samstag, 18. Oktober 2008, 14:25

Der Treibstoff war allgemein knapp, doch der hochoktanige Sprit für die Jäger mit Kolbenmotor war knapper als der Treibstoff für die Strahljäger, da Jet-Treibstoff im weitesten Sinne ein besserer Diesel ist.., und somit einfacher herzustellen war!

"When my time on Earth is gone, and my activities here are past, I want they bury me upside down, and my critics can kiss my ass."Bob Knight

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.."
(Benjamin Franklin)

6

Samstag, 18. Oktober 2008, 14:33

Ich glaub ich weiss jetzt wem das Bild gehört...... :yes:

7

Samstag, 18. Oktober 2008, 15:18

Ich glaub ich weiss jetzt wem das Bild gehört...... :yes:


Wie meinst du das denn jetzt?? ?( ?(

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(Benjamin Franklin)

8

Samstag, 18. Oktober 2008, 23:25

1944 war die deutsche Luftwaffe eher durch einen Mangel an Piloten gehandikapt...

Der Krieg im Westen, an der Westfront, also die Ardennenoffensive, sagen wir mal die Wacht am Rhein - die ja das letzte Aufbegehren der Wehrmacht gegen die Alliierten war - wird als Fokus der Geschichte gesehen...

In dieser Zeit war in der Region mit der Luftwaffe nicht mehr viel los, die Amerikaner hatten die Lufthoheit über Belgien und der Nachschub wurde mit JU52 durch deutsche Flugschüler, also ganz junge und sehr unerfahrene Piloten erledigt...

Diese Nachschubflüge kamen mangels Navigation nicht an, die Abwurfstellen sollten nachts beleuchtet sein und der Weg dorthin sollte ebenfalls mit Lichtzeichen gekennzeichnet sein... Diese Piloten hatten damit massive Probleme, sie warfen die Fracht teilweise über dem Ruhrgebiet ab (Raum Köln) und manche fanden nichtmal dorthin...

Die Westfront war im Winter 1944 aus der Luft nicht einsehbar, es gab eine massive Wolkendecke und es schneite unentwegt, deshalb hatten die Flugzeuge auch nicht die Möglichkeit dort eingesetzt zu werden ...

Sprit war allerdings in dieser Zeit sehr knapp, in der Nähe von einer Kreuzung in der Nähe von Malmedy gab es ein großes Benzinlager der Amerikaner, das wurde von den Mannen von Jochen Peiper versucht zu erobern...
Diese ganze Gegend war ansich sehr schwierig und die deutsche Wehrmacht hatte den Kampf am Boden längst verloren, es gab keinen Nachschub, keinen Sprit und viel Schnee, die JU52 flogen nicht - Aus dem Süden kam General Patton mit seinen Panzern und MC-Auliffe hatte Bastogne bereits in seiner Hand ...

Die Luftunterstützung der Amerikaner wurde dann Weihnachten 1944 durch klaren Himmel ermöglicht und das Wort NUTS, was die deutsche Wehrmacht als Antwort der Amerikaner (MC Auliffe) in Bastogne auf die Aufforderung zur Kapitulation bekamen, bekam eine historische Bedeutung für die Belgier, denn an diesem Tage war der Krieg an der Westfront eigentlich vorbei...

Die Deutsche Lufwaffe war in dieser Gegend in dieser Zeit also nicht wirklich viel sehr aktiv ...

:bier:
Gruß

Dirk 8)

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