Hamburg International setzt auf Airbus statt Boeing
"Airbus statt Boeing", heißt ab sofort das Programm bei der Fluggesellschaft Hamburg International (HHI). So übergibt der Hersteller Airbus am Dienstag die erste von zwölf bestellten A319-Maschinen an die 1999 gegründete und seitdem kontinuierlich wachsende Linie. Nach einem kurzen technischen Check wird der mit 150 Sitzen in einer Ein-Klassen-Bestuhlung ausgestattete Flieger dann in den regulären Flugbetrieb gehen.
Die Übernahme weiterer Airbus-Flugzeuge bedeutet zugleich das Ende für die bisherige Boeing-Flotte von Hamburg International. Bis 2010 soll der Austausch weitgehend abgeschlossen sein. "Die Leasingverträge für unsere sechs B737-700 laufen demnächst aus, weshalb wir eine Grundsatzentscheidung über unsere künftige Flottenpolitik treffen mussten", sagt Unternehmenssprecher Patrick Lutz.
In monatelangen Verhandlungen lagen der US-Lieferant und sein europäischer Konkurrent mit ihren Angeboten praktisch Kopf an Kopf. Zum Schluss habe der norddeutsche Aspekt für die bei Airbus in Finkenwerder montierte A319 den Ausschlag gegeben. "Mit unserer Bestellung bei Airbus fördern wir die heimische Wirtschaft", gibt Lutz für Hamburg International ein Bekenntnis zum Standort ab. Hinter HHI stehen die drei Geschäftsführer Klaus Schlichtmann, Christoph von Saldern und Norbert Grella.
Die neue A319-Flotte fliegt zwar in den blau-roten Farben der Gesellschaft, gehört aber diversen Leasinggesellschaften. Zwei Maschinen werden speziell in den Sommermonaten auf dem Hamburger Flughafen stationiert sein. Die übrigen sollen je nach Wunsch der Reiseveranstalter von München, Saarbrücken oder Friedrichshafen aus eingesetzt werden.
Die Gesellschaft HHI wird bislang fast ausschließlich von großen Reiseveranstaltern wie Thomas Cook, Öger Tours oder der TUI gebucht. Weil diese ihre Pakete aber kontinuierlich verringern, setzt die Fluggesellschaft immer mehr auf den Einzelplatzverkauf und damit auf das Individualgeschäft. Gegenwärtig liegt dessen Anteil noch im einstelligen Bereich, soll aber in den kommenden Jahren auf bis zu 20 Prozent steigen.
Die Zahl der Mitarbeiter soll von 274 auf 300 erhöht werden. Die Fluggesellschaft erwartet 2008 ein Plus von rund 60 000 Passagieren. Im vergangenen Jahr beförderte HHI 650 000 Reisende.
Quelle: Welt