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Mittwoch, 29. November 2006, 15:00

Börse straft Air Berlin ab

Börse bestraft Air Berlin für Großauftrag an Boeing


Trotz einer positiven Quartalsbilanz und eines optimistischen Ausblicks für das nächste Jahr haben die Anleger die Billig- und Charterfluggesellschaft Air Berlin gestern mit einem Kursrückgang von mehr als 13 Prozent auf gut 14 Euro abgestraft. Als Grund dafür sehen Analysten, dass das Unternehmen für seine weitere Expansion zwar die Bestellung von 85 neuen Flugzeugen beim US-Hersteller Boeing angekündigt, zugleich aber erklärt hat, dass die Finanzierung des Deals noch offen sei.


ek DÜSSELDORF. Air Berlin ist nach Lufthansa die zweitgrößte Airline in Deutschland. Die Fluggesellschaft, die rechtlich als britische Plc aufgestellt ist und im Frühjahr einen eher schwachen Börsenstart hingelegt hat, hat im September die Airline DBA übernommen und danach einen Höhenflug an der Börse erlebt. Die Zeit von Juli bis September – die touristische Hauptsaison – sei „das beste Quartal in der Geschichte von Air Berlin gewesen, obwohl wir uns mehr versprochen hatten“, sagte Vorstandschef Joachim Hunold am Dienstag vor Journalisten. Dass das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lediglich von 51,7 Mill. Euro auf 54,3 Mill. Euro gestiegen sei, führte der Air Berlin-Chef auf die Terroranschläge in der Türkei und die vereitelten Bombenanschläge in London zurück.

Bei den Kosten hätten die hohen Kerosinpreise alle Versuche, günstiger zu arbeiten, wieder aufgezehrt. Mehr Geld gab Air Berlin für Piloten aus. Das in der Branche als äußerst sparsame bekannte Unternehmen zahlte nach Hunolds Angaben den Flugzeugführern höhere Gehälter, um Abwanderungen zu verhindern. Zum Jahresende gebe es zudem zahlreiche Neueinstellungen. Der Arbeitsmarkt für Piloten ist im boomenden Luftverkehr weltweit eng.

Die Integration von DBA in Air Berlin sei „wesentlich schneller als erwartet“ vorangegangen, sagte Hunold weiter. Vor diesem Hintergrund will der Konzern die gesamte Jet-Flotte im nächsten Jahr um knapp zehn Prozent auf rund hundert Flugzeuge aufstocken. Angepeilt sei ein Umsatzwachstum von 15 Prozent. Finanzchef Ulf Hüttmeyer sagte, die Ergebnissteigerung werde „deutlich“ ausfallen. Denkbar sei eine Ebit-Steigerung von 30 Prozent; sie könne aber auch höher ausfallen.

Die Bestellung von insgesamt 85 Flugzeugen diene mittelfristig der Flottenerneuerung und zum Teil dem Ausbau des Netzes, sagte Hunold. Zum einen handele es sich um eine Order von 25 Boeing 737-700, die bereits von DBA vor der Übernahme unterschrieben worden war. Hinzu kommen soll ein Auftrag über 60 Maschinen des Typs 737-800 der neuesten Generation. Das sei die größte 737-Bestellung der deutschen Luftfahrtgeschichte, erklärte Boeing.

Bei diesem Geschäft will Air Berlin wieder „strategischer Partner“ von Boeing sein – wie bereits bei der Erstausstattung mit Maschinen des Typs 737-800. Gegenüber dem Listenpreis, der nach Angaben von Boeing 5,1 Mrd. US-Dollar beträgt, habe man so erhebliche Rabatte ausgehandelt. Unabhängig davon werde die Gesellschaft weiter die „Zwei-Flotten-Strategie“ verfolgen und gleichzeitig Airbus-Flugzeuge betreiben und auch neu bestellen.

Analysten bewerteten Air Berlin prinzipiell positiv. Sie verwiesen aber – wie etwa HVB-Luftverkehrsexperte Uwe Weinreich – auf die Unsicherheit der Finanzierung des Flugzeug-Großauftrags, für den Finanzchef Hüttmeyer auch eine Kapitalerhöhung nicht ausschließen wollte.

Quelle: Handelsblatt

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2

Mittwoch, 29. November 2006, 15:13

Jetzt, wo es mit Air Berlin doch so gut an der Börse lief, diesr Rückschlag? :conf:
Ich verstehe das nicht, warum Air Berlin jetzt so einen herben Rückschlag erlitten hat.
Gruß,
Marc
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Allesflieger« (29. November 2006, 15:15)


Allesflieger

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4

Mittwoch, 29. November 2006, 15:37

Zitat

Original von Juergen_LOWW
Darum :)

Air Berlin ordert 60 B737-800


Das dient doch nur der Erweiterung des Streckennetzes von Air Berlin. Und nur weil die 60 neue B-737-800 ordern so abgestraft zu werden. Ich weiß nicht, was das soll.
Außerdem hat Air Berlin ja auch dba übernommen, die auch schon 25Maschinen bestellt hatten.
Zudem werden so ja auch neue Arbeitsplätze geschaffen und bestehende gesichert, sodass ich die ganze Aufregung an der Börse nicht ganz verstehen kann. :hm:
Gruß,
Marc
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5

Mittwoch, 29. November 2006, 15:55

@Marc,
die Anleger wollen "Kohle" sehen. Arbeitplätze sind zweitrangig.
Die Zweite Frage, welche sich die Anleger stellen:" wo nimmt Air Berlin das Geld her um diese Flieger zu finanzieren"? Geht es zu lasten der Aktionäre, gibt es keine Dividende. Was möchten die Anleger aber schnell und viel Geld verdienen.
Dazu kommt die Unsicherheit in der Branche. (7Jahre Zyklus) Kann man überhaupt soviel Flugzeuge füllen? Bekomme ich das Personal dafür um die Flieger zu betreiben? "Flugzeuglenker" sind nicht das große Problem, aber keiner denkt daran, daß die Flugzeuge auch gewartet werden müssen. Da gibt es Vorschriften der EASA die einzuhalten sind. Dort liegt der Hase im Pfeffer. Nachwuchs fehlt. Schau doch mal im Internet unter Air Berlin nach Job`s. Wirst dich wundern was da in der Technik gesucht wird und keiner will dort freiwillig hin, da ein schlechter Ruf. (Arbeitsbedingungen, kein Tarifvertrag usw:).
Aero Lloyd wurden mal mehrere Flieger an die Kette gelegt, weil sie nicht genug Certifying Staff nachweisen konnte.
Wir zahlen Heute, wenn man überhaupt einen bekommt, für einen Leiharbeiter Certifying Technican B1 bis zu 10.000€ im Monat.

Siehst Du und vieles davon wissen auch die Anleger

Viele Grüße Karl

6

Mittwoch, 29. November 2006, 16:02

Zitat

Original von Flugzeugschrauber
Wir zahlen Heute, wenn man überhaupt einen bekommt, für einen Leiharbeiter Certifying Technican B1 bis zu 10.000€ im Monat.


OK. Wo kann ich mich bewerben ? :D

Aber im Ernst : gibt es denn überhaupt Nachwuchs ? Die Ausbildung ist ja wohl kaum in einem 2 Wochen-Abendkurs zu machen.
Wer bildet denn eigentlich aus, rekrutieren Airlines direkt von technischen Schulen ? Oft sind es ja gar nicht Airlines sondern "Wartungsfirmen" , woher kriegen die denn ihr Personal :hm:
Gruß


Allesflieger

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7

Mittwoch, 29. November 2006, 16:03

@Karl,
jetzt wo du es sagst. Und man muss mal bedenken, wer 60Maschinen alle Warten soll. Und was ist, wenn die dann auch alle noch zum C-Check müssen, was das alles kostet.

Wenn ich Aktionär von Air Berlin wäre, hätte ich genau so gehandelt. Währe ja schließlich mein Geld, was die da Verpulvern.
Gruß,
Marc
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8

Mittwoch, 29. November 2006, 16:29

Den Werdegang habe ich ja schon mal geschildert.
Bis man die Licence in den Händen hält vergehen mal locker 10 Jahre.

Nachwuchs: Man hat Jahrelang versäumt auszubilden und nun kommt der Katzenjammer. Auch ist das Interesse da, bis die jungen Leute mitbekommen auf was sie alle verzichten müssen, im privaten Bereich.
Die meisten wollen von Montag bis Freitag arbeiten und sich nciht die Hände schutzig machen. Auch macht uns PISA zu schaffen, wenn ich mal Lehrlinge aus dem 4 Lehrjahr bekomme und etwas hinterfrage, fallen mir oft die letzten Haare aus. Grau sind sie ja schon :nein:

Ausbilden in der BRD machen nur wenige Firmen: DLH, Dornier, EADS, Bundeswehr und noch die eine oder andere Luftfahrtechnische Schule.
Glaube gibt drei davon.

Personal wird aus dem ganzen Einzugsbereich der EASA rekrutiert. Sind also fast alle Staaten die in der EU sind.

Wer am besten Zahlt, bekommt die Leute, die anderen haben das Nachsehen. Air Berlin ist z.B. nicht in der Lage C-Checks durchzuführen. Werden ins Ausland vergeben.

Viele Grüße Karl

Allesflieger

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9

Mittwoch, 29. November 2006, 21:01

Da sagst du was, Karl.

Aber es liegt auch leider auch an PISA, wie du schon sagtest. Die Noten, die man für manche Berufe braucht, kann man heute schon fast nicht mehr ohne Büffeln und machen und tun erreichen, da in meinen Augen da die Mindestanforderungen der Arbeitgeber viel zu hoch gesteckt werden.

Leider wandern auch immer noch sehr viele und vor allem sehr gut Ausgebildete aus und suchen sich in anderen Ländern Arbeit, da sie hier um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Das ist leider die traurige Wahrheit.

Und wie du schon sagtest, es macht sich heute einfach keiner gerne mehr die Hände schmutzig. Aber wenn man sich die Hände schmutzig gemacht hat, kann man wenigstens sehen, dass man was geschafft hat.

Leider liegt es auch an den nur noch sehr wenigen Ausbildenden Betrieben, was du auch schon gesagt hast. Und meistens sind die dann auch noch so weit von den Wohnorten der potenziellen Anwärter entfernt, dass es sich viele doch noch anders überlegen.

Und die Sache mit den C-Checks bei Air Berlin, daran sieht man es ja, wie schlecht es auf unserem Arbeitsmarkt und in der Fliegerbrance aussieht.
Gruß,
Marc
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