Bilder? Tust Du graue Farbe nehmen, 'ne Wand damit anstreichen und draufgucken.
Nee, ernsthaft: Das hat Spaß gemacht und am Ende findest Du bzw. findet Ihr noch ein paar Bilder, die hoffentlich ausdrücken, was ich meinte. Die Landung war schon mehr als haarig.
1. Akt:
Anflug exakt nach dem ILS-Signal. Immer schön bei 120 KIAS und auf dem GS bleiben. Dann irgendwann geht ein Ruck verbunden mit dem Quietschen der Reifen durch den Flieger. Nach vorne ist nichts zu sehen und nach links konnte man etwas Boden erkennen ohne zu wissen, was das für ein Untergrund ist. Im Nebel zeichnet sich links parallel zum Flieger schemenhaft eine gerade Linie ab. Ein Indiz dafür, dass man sich höchstwahrscheinlich auf der Runway, u.U. aber auch auf einer anderen Flugbetriebsfläche befindet. Getragen vom "blinden Vertrauen" darauf, dass das ILS-Signal exakt genug ist, geht man also davon aus, dass man den Flieger auf der Runway aufgesetzt und gehalten hat.
2. Akt:
Nu' steht er da, der Flieger. Überlebt bzw. kein virtuelles Leben verschwendet. Aber wie - verdammt nochmal - soll man hier 'ne Ausfahrt zu den Parkings finden. Blenden wir also mogelnderweise den FSNav ein und rechtfertigen uns damit, dass dieser die Karte des Platzes ersetzt. Netterweise zeigt FSNav auch gleich die genaue Position des Fliegers. Und die ist tatsächlich mitten auf der Runway. Bevor wir den Mogelmodus durch Abschalten des FSNav beenden, erkennen wir, dass in einiger Entfernung eine Ausfahrt nach links kommen muss. Gleichzeitig prägen wir uns mal den Verlauf der Taxiways zu den Parkings ein und hoffen drauf, dass wir irgendwann eine Rollleitlinie erwischen, an der wir uns entlanghangeln können.
Schon mal mit dem Auto bei Nebel und Sicht <20m auf einer unbekannten Straße gewesen? Selbst mit Ortskenntnis wird sowas zu einem Fall von Desorientierung. Also: Sicht komplett nach links schalten (nach vorn ist eh nix zu sehen), mit der Nase ganz dicht ans Seitenfenster ran und diesen schemenhafte Rand anvisieren. Dann mit minimaler Geschwindigkeit vorrollen. Irgendwann muss doch mal dieser Rand in eine Ausfahrt übergehen. Das kostet Zeit und beunruhigt wegen des Wissens um den herannahenden nächsten Flieger der DWT-Gruppe. Kurz Info einholen und hoffen, dass die Aussage, man sei noch einige Meilen vom Platz entfernt, auf Fakten der Instrumente beruht und nicht auf groben Vermutungen. Ich taste mich weiter vor. Und endlich....endlich macht diese Randbegrenzung einen Bogen. Hier muss die verdammte Ausfahrt sein. Also vorsichtig nach links einschlagen. Eigentlich müsste hier irgendwo eine Rollleitlinie auszumachen sein. Stehenbleiben, Sicht nach vorn, den Sitz ganz nach oben stellen und die Nase an die Frintscheibe pressen. Tatsächlich ist da direkt vor dem Radom ein kurzes Stückchen gelbe Linie zu erkennen. Langsam weiterrollen....STOPP.....da ist ein Abzweiger. Die FSNav-Karte wird in Erinnerung gerufen und demnach müsste man links abbiegen.
Man ertappt sich beim erneuten Mogeln. Die Außenansicht wird kurz aufgeschaltet. Aber is' nich' mit Mogeln, denn da ist absolut nichts zu sehen. Nur die Lichter des Flugzeugs verraten, aus welcher Rchtung der Betrachter auf den Flieger schaut, der da im Nebel eingehüllt ist. Also schnell wieder ins VC....
So geht es weiter. Man tastet sich vor, bis man tatsächlich direkt vor dem Bug eine Haltelinie erkennt. BRAKES, Engines off.....puuuuh.....geschafft. Aber was ist mit den anderen?
Leeo, der sich ursprünglich an mein Heck geklemmt hatte, hat aufgegeben und den Anflug angebrochen, da er mein Heck trotz seiner gewohnten 10 m Abstand nicht mehr sehen konnte. Aber die nächste Trall - keine Ahnung, wer das nun war - ist im Final, sagt FSNav. Nun gilt es, den DWT-Kameraden zu unterstützen. Ich habe meine Kür hinter mir und schalte das Wetter auf CAVOK, um zu sehen, was abgeht und ggf. als Ground-Controller den Weg zu weisen. Das klappt. Mit mündlichen Anweisungen lotst man die nächsten Flieger über die Taxiways zu den Parkings. Dieter erbarmt sich, wechselt in ein FollowMe-Car und setzt sich direkt vor die jeweils gelandeten Flugzeuge, bis er zuletzt auf den Leeo und den Kevin mit ihren Eurofightern eingefangen hat.
Mann, soviel Zeit ist bei der DWT noch nie bei 'ner Zwischenlandung drufgegangen. Aber es hat Spaß gemacht und wenn ich es richtig mitbekommen habe, haben 5 von 6 Teilnehmer die Bahn getroffen und ihren Flieger auch auf ihr zum Stehen gebracht. Nur Fahri muss irgendwie auf einem Taxiway runtergekommen sein und stand dann irgendwo in der Pampa. Aber zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass er offensichtlich mit Problemen microsoftscher Herkunft zu kämpfen hatte.
Spektakulär war dann auch der Neustart in Richtung Victoria Falls. Hintasten zur RWY07, Take off bei Sicht=Null. Anweisung an die anderen, mit erheblich größerem zeitlichen Abstand als sonst zu starten. Ich bin tatsächlich mit Blick aus dem linken Seitenfenster gestartet - wieder diese schemenhafte Randbegrenzung anvisierend. Bei genügend Speed dann erstmal den Vogel steigen lassen. Nur erstmal hoch; wer weiß, was da vor einem noch im Nebel lauert. Nach Erreichen einer Sicherheitshöhe von 2000 ft ü. Grund dann Einschwenken auf den Sollkurs und ab dafür. Next one !!
Der restliche Flug verlief dann unspektakulär. Bei Erreichen des Karibasees lichtete sich die Neben-/Wolkendecke zusehends und der Rest war Routine.
Nee, Jürgen, METARs????? Wie jetzt???? Stelle einfach die Sicht auf komplett Null und gut is'. Eine Variante wäre allerdings möglich, und zwar die "Bujumbura-Variante". Bedeutet: Minimal mehr Sicht (beim Rollen war zumindest direkt vor dem VC etwas Bodentextur zu erkennen), dafür aber 30 kts Wind (immerhin bei der Landung direkt von vorn).
Es gibt Bilder, auf denen praktisch nichts drauf ist, die aber genau deswegen etwas aussagen. Siehe Anhänge:
1. Preflight-Checks in Lubumbashi - hier ist die Welt noch in Ordnung
2. Die Rolls Royce Tyne 20 MK22 Triebwerke laufen
3. Spielereien bei schönstem Wetter - noch!! Leeo, Dieter und Dino
4. Es wird dunstig....oder was ist da am Horizont los?
5. Ohoh....da ist gleich was gefällig...